Jugend

Pro Juventute führt 2015 das Sozialpraktikum im Kanton Bern ein

Überlastete Familien im Kanton Bern unterstützen und als junger Mensch neue Lebenssituationen kennen lernen, das bezweckt das Pro Juventute Sozialpraktikum, welches ab 2015 im Kanton Bern eingeführt wird. Interessierte Familien können sich ab sofort anmelden. Gesucht sind ausserdem freiwillige Kontaktpersonen, die vor Ort die Familien und Praktikanten begleiten.

Die jungen Menschen können mit einem Sozialpraktikumseinsatz fremde Lebensrealitäten kennenlernen und mit der willkommenen Unterstützung eine gute Portion Hoffnung in überlastete Familien bringen. Die jährlich rund 300 Vermittlungen in anderen Kantonen zeigen, dass das Pro Juventute Sozialpraktikum einem grossen Bedürfnis der Familien wie auch der Schulen entspricht. „Es war für mich eine grosse Bereicherung und auch für die Familie bleibt es ein unvergessliches Erlebnis“, das die Rückmeldung einer der beteiligten Jugendlichen.

Sinnvolles für andere tun

Einerseits sind da Familien mit Kindern sowie Familien, die mit einer Krankheit oder einem Unfall fertig werden müssen und für eine gewisse Zeit überlastet sind. Andererseits sind es Schülerinnen und Schüler bei denen der Sozialeinsatz Teil des Curriculums oder ein Teil des Lehrplans ist. Vereinzelt werden die Einsätze auch von Jugendlichen geleistet, die während ihrer Ferien oder einer Überbrückungszeit etwas Sinnvolles für andere Menschen tun möchten. Der Einsatz dauert zwei bis drei Wochen und ist unentgeltlich. Die Familien bieten Kost und Logis und übernehmen einen Kostenbeitrag für die Vermittlung. Die Koordinationsstelle für das Pro Juventute Sozialpraktikum ist bestrebt, die Wünsche und Bedürfnisse der Familien und der Praktikanten aufeinander abzustimmen. Bei der Vermittlung werden in erster Linie Familien berücksichtigt, die Kinder haben und mit einer vorübergehenden Überlastung fertig werden müssen. Sei es, weil die Kräfte der Mutter vor oder nach der Geburt reduziert sind, ein Elternteil krank ist oder ein behindertes oder krankes Familienmitglied besonders viel Aufmerksamkeit absorbiert, saisonbedingte Arbeiten im Familienbetrieb anfallen oder die Familie abgelegen wohnt und wenig Kontaktmöglichkeiten hat.

Der Geschäftsleiter von Pro Juventute Kanton Bern, Alex Niklaus, merkt, dass der Bedarf von Familien am Sozialpraktikum im Kanton Bern gross ist: „Viele Familien haben bei uns schon nachgefragt, ob sie am Sozialpraktikum teilnehmen dürfen. Höchste Zeit, dass wir diese Anfragen nun positiv beantworten können!“ Interessiert Familien können sich jetzt anmelden.
Familien, welche ein paar zusätzliche Hände gut gebrauchen können und auf welche eine der
genannten Kriterien zutrifft, können sich ab sofort für ein Praktikum im Jahr 2015 bei Pro Juventute Kanton Bern anmelden. Weitere Informationen und Anmeldung unter:
www.projuventute-bern.ch.

Vor und während des Sozialpraktikums werden die Familien und Praktikanten durch Kontaktpersonen begleitet. Die Kontaktpersonen des Pro Juventute Sozialpraktikums sind freiwillige Mitarbeiterinnen aus der Region. Sie prüfen, ob die Familie die Anmeldekriterien erfüllt und stehen während des Einsatzes den Familien und Praktikanten mit Rat zur Verfügung. Damit das Angebot im nächsten Jahr erfolgreich gestartet werden kann, sucht Pro Juventute Kanton Bern Personen, die als Kontaktperson die Praktika vor Ort begleiten. Interessierte Personen melden sich bei Pro Juventute Kanton Bern, Tel. 031 300 20 50.

FAQ zum Sozialpraktikum

Wann finden die Praktika statt?
Die Praktika richten sich nach den Terminen, die unsere Partnerschulen für die Sozialpraktika vorsehen. Die Praktika sind von März bis Oktober geplant und finden sowohl während der Schulzeit wie auch während den Ferien statt. Die Koordinationsstelle ist bestrebt, die Wünsche und Bedürfnisse von Familien und PraktikantInnen aufeinander abzustimmen.

Von wo kommen die Jugendlichen?

Über 95% der Jugendlichen kommen von folgenden Schulen, die im Jahr 2014 Partnerschulen vom Pro Juventute Sozialpraktikum sind: Kantonsschule Romanshorn, Fachmittelschule Olten, S-B-A Zug, BWZ Nidwalden, Bildungszentrum kvbl Muttenz, Theresianum Ingenbohl Brunnen, SBA Cazis, Kantonsschule Ausserschwyz, Schule St. Klemens, Ebikon.

Über welche Qualifikationen verfügen die Jugendlich
en?
Die Jugendlichen besuchen eine der obengenannten Schulen und verfügen nicht generell über
spezifisches Wissen oder Knowhow. Es werden nicht ausgebildete Fachkräfte vermittelt, sondern Jugendliche, die praktische Erfahrungen sammeln und sich manchmal zum ersten Mal in einer fremden Umgebung bewähren müssen. Pro Juventute Sozialpraktikum erwartet daher von der Familie die Bereitschaft, die Praktikanten am Familienleben teilhaben zu lassen. Die Arbeits- und Freizeit sowie die Arbeitseinteilung werden gemeinsam besprochen und festgelegt. Bei zweiwöchigen Einsätzen verbringen die Praktikanten das Wochenende gemeinsam mit der Familie, ab dreiwöchigen Einsätzen bleiben die Praktikanten mindestens ein Wochenende in der Familie. Die Erfahrung mit den 300 Vermittlungen pro Jahr zeigt, dass in den allermeisten Fällen die Praktika von den Familien als willkommene Entlastung wahrgenommen werden.

Ist es als Familie möglich, ein Sozialpraktikum anz
ubieten, auch wenn man kein leeres Zimmer zur Verfügung hat?
Ja. Manchmal werden für die Zeit der Praktika mehrere Kinder im selben Zimmer untergebracht. Wir konnten auch schon Lösungen mit externen Zimmern (z.B. bei Nachbarn oder Grosseltern) realisieren. Aus Erfahrung ist es von Vorteil, wenn die Praktikanten ein eigenes Zimmer zur Verfügung haben, wo sie sich zurückziehen können.

Wie sieht es mit der Sicherheit aus?

Die Familien werden von unseren geschulten Kontaktpersonen vorgängig besucht und Ihre Eignung wird abgeklärt. Für Familien, die zu stark belastet sind oder grosse Probleme vorhanden sind (Sucht, Gewalt etc.), ist ein Sozialpraktikum nicht geeignet. Während dem Praktikum stehen die Kontaktpersonen für Fragen oder Anliegen der Familien und der Jugendlic hen zur Verfügung.

Kann ein Sozialpraktikum angeboten werden, wenn bei
de Elternteile arbeiten oder die Kinder extern betreut werden?
Ja. Manchmal ist es möglich, das Sozialpraktikum mit einer Familie aus dem Quartier zu teilen, so dass die Praktikantinnen und Praktikanten in zwei Familien mithelfen.

Quelle: www.refbejungso.ch - die Plattform für die kirchliche Jugendarbeit und die Arbeit mit Kindern und Familien Bern-Jura-Solothurn, Redaktion: Stephanie Keller


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